Ein Blick in den Kalender genügt: Es sind nur noch rund 100 Tage bis zum Jahresende. Für viele Geschäftsführer:innen und Führungskräfte ist das ein Moment, in dem Stolz auf das Erreichte auf ein leises Unbehagen trifft. Manches ist geschafft, anderes liegt noch auf dem Tisch. Und im Hinterkopf läuft der Satz: „Das schauen wir uns dann im Jänner an.“

Genau da liegt der Denkfehler. Der Jänner ist nicht der Moment für Pläne, er ist der Moment für Umsetzung. Die Planung passiert jetzt, im Herbst.
Zuerst der ehrliche Blick zurück
Bevor der Blick nach vorne geht, lohnt eine Bestandsaufnahme. Welche Vorhaben aus dem Jahresbeginn sind abgeschlossen? Welche laufen noch? Und welche wurden leise beerdigt, ohne dass es jemand offen ausgesprochen hätte?
Bei dieser Bilanz geht es nicht um Schuldfragen, sondern um Erkenntnis. Warum hat etwas funktioniert und anderes nicht? Fehlten Ressourcen, Klarheit oder schlicht die Priorität? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, gewinnt mehr als durch jede neue Zielliste. Besonders wertvoll ist es, das Team einzubeziehen. Oft zeigt sich erst im Gespräch, was im Alltag wirklich gebremst hat.
Was geht sich noch aus?
100 Tage klingen nach viel. Rechnet man Feiertage, Urlaube, Jahresendgeschäft und Weihnachtsfeiern heraus, bleiben realistisch acht bis zehn produktive Wochen. Damit wird klar: Es geht sich nicht mehr alles aus, und das ist in Ordnung.
Hilfreich ist eine einfache Sortierung:
- Abschließen: Was steht kurz vor dem Ziel und braucht nur noch einen letzten Schub?
- Bewusst pausieren: Was ist wichtig, aber in diesem Jahr nicht mehr realistisch?
- Loslassen: Was hat an Bedeutung verloren und bindet nur noch Energie?
Zwei bis drei klare Prioritäten für die verbleibende Zeit sind wirksamer als zehn halbherzige. Ein sauber abgeschlossenes Projekt stärkt außerdem das Team mehr als fünf angefangene.
Warum der Herbst der richtige Planungszeitpunkt ist
Wer erst im Jänner beginnt, den Jahresstart zu planen, kommt oft erst im März richtig in Fahrt. Die ersten Wochen gehen für Abstimmungen, Budgetfragen und Prioritätendiskussionen drauf. Wer hingegen im Herbst Klarheit schafft, startet im neuen Jahr mit Rückenwind.
Dazu kommt: Viele Entscheidungen brauchen Vorlauf. Budgets, Personalplanung, Kundengespräche, Investitionen und Veränderungsvorhaben lassen sich nicht in der ersten Arbeitswoche des Jahres aufsetzen. Und Mitarbeiter:innen gehen deutlich motivierter in die Weihnachtspause, wenn sie wissen, wohin die Reise im neuen Jahr geht.

Ein Fahrplan für die nächsten 100 Tage
Damit aus guten Vorsätzen etwas wird, hilft eine grobe Struktur in drei Etappen:
Oktober: Klarheit schaffen. Bilanz ziehen, Prioritäten festlegen, Erkenntnisse sammeln. Wo stehen wir wirklich, und was ist für den Jahresabschluss noch entscheidend?
November: Entscheidungen treffen. Jetzt wird geplant. Welche Themen prägen das kommende Jahr? Wer übernimmt Verantwortung, und welche Ressourcen braucht es dafür? Auch die schwierigen Entscheidungen gehören in diesen Monat, denn sie werden nicht leichter, wenn man sie schiebt.
Dezember: Abschließen und einstimmen. Ergebnisse würdigen, Erfolge sichtbar machen, den Ausblick ins neue Jahr kommunizieren. Wertschätzung ist dabei kein Beiwerk, sie ist ein Führungsinstrument. Wer das Erreichte feiert, schafft Energie für das, was kommt.
Ein Jahresstart, der schon im Herbst beginnt
Am Ende ist es eine Frage der Haltung: Wartet man darauf, dass das neue Jahr Klarheit bringt, oder schafft man diese Klarheit selbst? Führungskräfte, die im Herbst planen, gewinnen Zeit, Ruhe und Handlungsspielraum, und genau die fehlen im Jänner meistens.
Deshalb zum Schluss die Frage, die in den kommenden Wochen vielleicht öfter auftauchen darf:
Was machst du in den nächsten 100 Tagen?
Wenn du dafür einen Sparringspartner suchst, sind wir von Motivara gerne an deiner Seite. Wir begleiten Geschäftsführer:innen und Führungskräfte dabei, Bilanz zu ziehen, Prioritäten zu setzen und mit einem klaren Plan ins neue Jahr zu starten.
Melde dich einfach bei uns, dann schauen wir gemeinsam, was sich noch ausgeht.
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Fotocredit: privat, Canva, ChatGPT

